Wissenswertes – Gas

Fachbegriffe zum Thema Gas

Zu den Begriffen: A-G H-M N-S T-Z

 

Fachbegriffe/Glossar


- A -

Allokation 
Zuordnung bzw. Aufteilung von Erdgasmengen auf einzelne Transportverträge, wenn das Gas mehrerer Parteien ungetrennt voneinander übernommen oder übergeben und  entsprechend ungetrennt voneinander gemessen wird.   
        
 
Ausspeisekapazität   
Ist im Gasbereich das maximale Volumen pro Stunde im m3/h bzw. kWh/ h, das an einem Ausspeisepunkt aus einem Netz oder Teilnetz insgesamt ausgespeist und gebucht werden kann.

Ausspeisemenge   
Die vom Netzbetreiber an der Entnahmestelle nach dem Transport an den Kunden übergebene Wärmemenge Erdgas in kWh.

Ausspeisenetzbetreiber   
Netzbetreiber des Ausspeisepunktes, mit dem der Transportkunde einen Ausspeisevertrag abschließt.

Ausspeisepunkt   
Ist ein Punkt, an dem Gas aus einem Netz oder Teilnetz eines Netzbetreibers entnommen werden kann.

Ausspeisevertrag   
Vertrag zwischen Lieferant und Verteilnetzbetreiber, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Belieferung von Kunden des Lieferanten im Netz des Ausspeisenetzbetreibers regelt.

- B -

Bilanz(mengen)konto
Erfassung der stündlichen positiven und negativen Bilanzmengen in einem Monat.

Bilanzkreis   
Ein Bilanzkreis ist die Zusammenfassung einer beliebigen Anzahl von Einspeisepunkten oder Ausspeisepunkten mit der Möglichkeit, Abweichungen zwischen Einspeisungen und Ausspeisungen zu saldieren.

Bilanzkreisnetzbetreiber   
Netzbetreiber, bei dem ein Bilanzkreis gebildet werden kann und mit dem ein Bilanzkreisvertrag abgeschlossen wird.

Bilanzmenge   
Positive oder negative Abweichung zwischen tatsächlicher Ausspeisung und vorab nominierter Leistung je Stunde.

Biogas   
Biogas besteht aus 60% Methan, 35% Kohlendioxid sowie Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Es entsteht durch mikrobielle Zersetzung von organischen Substanzen unter Luftausschluss, primär bei der Abwasser- und Abfallbehandlung. In technischen Verfahren kann es aufgrund seines hohen Heizwertes zur Energiegewinnung herangezogen werden.

Brennwert   
Der Brennwert gibt die gesamte Wärmemenge an, die bei Verbrennung und anschließender Abkühlung des Verbrennungsgases auf 25°C erzeugt wird (die Wärme, die im Wasserdampf der Abgase enthalten ist, ist ebenfalls enthalten). Der Brennwert wird in kWh/ m3 angegeben.

Buchung   
Unter dem Begriff Buchung versteht man das Erwerben von Kapazitätsrechten.

- C -

- D -

Differenzmengen
Differenz zwischen den stündlichen Einspeisemengen und den
stündlichen Ausspeisemengen eines Bilanzkreises

- E -

EDIFACT   
Abkürzung für Electronic data interchange for administration, commerce and transport.
Internationaler Standard für den elektronischen Austausch von Daten im Geschäftsverkehr.Im Forum Datenformate des BDEW unter
http://www.edi-energy.de/ sind weiterführende Informationen zu den aktuellsten Formaten im deutschen Energiemarkt zu finden.   
      
Einspeisekapazität
Kennzeichnet im Gasbereich das maximale Volumen pro Stunde in m³/h bzw. kWh/ h, das an einem Einspeisepunkt in ein Netz oder Teilnetz eines Netzbetreibers insgesamt eingespeist werden kann.   
 
Einspeisemenge
Die vom Lieferanten am Einspeisepunkt jeweils zum Transport übergebene Wärmemenge Erdgas in kWh.

Einspeisenetzbetreiber   
Netzbetreiber des Einspeisepunktes, mit dem der Lieferant einen Einspeisevertrag abschließt.

Einspeisepunkt   
Ein Punkt innerhalb eines Marktgebietes, an dem Gas an einen Netzbetreiber in dessen (Teil-)Netz übergeben werden kann, einschließlich der Übergabe an Importpunkten, inländischen Quellen, Netzkopplungspunkten, Speicher- oder Misch- und Konversionsanlagen.

Einspeisevertrag   
Vertrag zwischen Lieferant und (Einspeise-)Netzbetreiber, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Einspeisung von Gas durch den Lieferanten in das Netz des (Einspeise-)Netzbetreibers regelt.

Einzelbuchungsvariante   
Abwicklung des Gastransports im Wege der einzelnetzbezogenen Buchung von Ein- und Ausspeisekapazität bzw. Vorhalteleistung.

Entnahmestelle   
Der Netzanschlusspunkt (Ausspeisepunkt), an dem der Letztverbraucher eine Erdgasmenge aus dem Verteilnetz entnimmt. Die Entnahmestelle muss nicht identisch sein mit der Eigentumsgrenze oder mit der Stelle, an der das Gas gemessen wird.

- F -

Fristenmonat
Der Monat vor dem Lieferantenwechsel. Für Fristen sind jeweils Werktage maßgeblich.

- G -

Gastag   
Der Gastag beginnt um 6.00 Uhr und endet um 6.00 Uhr (Ortszeit) des folgenden Tages (§ 27 (6) GasNZV)

Gleichzeitigkeit
Der Erfahrungswert, dass die an einem Netz angeschlossenen Kunden nicht alle gleichzeitig ihre jeweilige maximale Leistung am Anschlusspunkt nutzen.

Grundversorger
Das Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet in der allgemeinen Versorgung beliefert.

- H -

Heizwert
Der Heizwert gibt die Wärme an, die bei vollständiger Verbrennung frei wird. Die Wärmemenge des in den Abgasen enthaltenen Wasserdampfes bleibt dabei unberücksichtigt.

- I -

- J -

- K -

Kapazität
Maximale stündliche Flussrate an einem Ein- oder Ausspeisepunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums, die entsprechend den Vorgaben des Netzbetreibers in m³/h bzw. kWh/h ausgedrückt wird.

Kapazitätsmanagement-Modul   
System oder Systemkomponente, die Kapazitäten an Netzpunkten verwaltet, diese bereitstellt und Prüfungen bezüglich der Verfügbarkeit von Kapazitäten vornimmt. Dazu gehören bspw. vermarktbare, gebuchte und freie Kapazitäten an Netzpunkten.

- L -

Letztverbraucher
Netzendkunde (Anschlussnutzer), der das gelieferte Gas aus dem Netz des Netzbetreibers entnimmt und für den eigenen Verbrauch kauft.

Lieferant   
Transportkunde, der Gas über das Verteilnetz an seine Kunden im Netzgebiet des Netzbetreibers liefert.

Liefervertrag   
Vertrag zwischen Lieferant und Letztverbraucher, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Lieferung von Gas durch den Lieferanten an den Letztverbraucher regelt.

- M -

Marktgebiet
Eine Zusammenfassung von (Teil-)Netzen. Innerhalb des Marktgebiets gelten vereinfachte Bedingungen zur Belieferung von Letztverbrauchern.

Marktgebietsaufspannender Netzbetreiber   
Der oder die Netzbetreiber eines Marktgebietes, der/ die im Rahmen der Ausweisung des Marktgebietes als marktgebietsaufspannende(r) Netzbetreiber benannt ist/ sind.

Mehr-/Mindermengen   
Differenz zwischen dem nominierten Lastprofil und der tatsächlichen Abnahme eines SLP - Kunden (monatlich auf Basis der Ist-Temperatur/jährlich auf Basis der Ablesung)

- N -

Nachgelagerter Bilanzkreis
Bilanzkreis, der nicht im (Teil-)Netz des marktgebietsaufspannenden Netzbetreibers gebildet wird und in dem Differenzmengen eigenständig ausgeglichen werden können.

Netzanschluss   
Der Netzanschluss ist die technische Anbindung von Erzeugungseinheiten oder Verbraucheranlagen an das Gasnetz.

Netzanschlussnehmer   
Eigentümer des an den Netzanschluss angeschlossenen Anschlussobjektes

Netzanschlussnutzungsvertrag   
Vertrag zwischen Netzanschlussnehmer und Netzbetreiber zur Regelung der Nutzung eines Anschlusses zum Zwecke des Gasbezugs an einer vereinbarten Entnahmestelle von einem Lieferanten (Netzendkundenvertrag).

Netzanschlusspunkt   
Stelle des Anschlusses des Netzanschlussnehmers an das Netz des Netzbetreibers.

Netzanschlussvertrag   
Vertrag zwischen Netzanschlussnehmer und Netzbetreiber zur Regelung der technischen Anbindung von Kundenanlagen an das Netz (Netzanschluss).

Netzbetreiber   
Betreiber des Gasnetzes, der dieses an die Lieferanten zur Versorgung der Letztverbraucher oder zur Weiterleitung von Gas zur Verfügung stellt.

Netzeigentümer   
Eigentümer des Gasnetzes. Der Netzeigentümer muss nicht identisch mit dem Netzbetreiber sein.

Netzkopplungspunkt   
Schnittstelle zwischen zwei Netzen. Ein Kopplungspunkt kann eine Übernahme- oder Übergabestelle sein. Aus der Sicht des Netzbetreibers übernimmt der Netzbetreiber Gas an einem 1. Kopplungspunkt vom Lieferanten (Übernahmestelle). Der Netzbetreiber übergibt die transportierte Gasmenge am 2. Kopplungspunkt an den Letztverbraucher oder einen anderen Verteilnetzbetreiber (Übergabestelle).

Netzkopplungsvertrag   
Vertragsbeziehung zwischen zwei Netzbetreibern, die miteinander über einen Netzkopplungspunkt verbunden sind. Netzkopplungsverträge gemäß § 25 Gasnetzzugangsverordnung haben die Vereinfachung und Beschleunigung des Netzzugangs ohne erneute Kapazitätsprüfungen zum Ziel.

Netzzugang   
Übergabe von Erdgas mit der entsprechenden Qualität durch den Transportkunden an einem Einspeisepunkt und damit verbunden die zeitgleiche und wärmeäquivalente Übernahme des Letztverbrauchers an einer nachgelagerten Entnahmestelle (Netznutzung).

Nominierung   
Anmeldung des Lieferanten über die innerhalb bestimmter Zeitspannen zu transportierenden Gasmengen.

Normkubikmeter   
Auf den Normzustand umgerechnetes Betriebsvolumen eines Gases.

- O -

- P -

- Q -

- R -

Renominierung
Änderung der abgegebenen Nominierung.

RLM   
Registrierende Lastgangmessung

- S -

Shippercode
Eindeutiger Code, der von dem Bilanzkreisnetzbetreiber für einen Bilanzkreis vergeben wird und der Identifizierung der Nominierungen oder Renominierungen von Gasmengen dient.

SLP   
Standardlastprofil

Sub-Bilanzkreis   
Bilanzkreis, in dem Differenzmengen saldiert, jedoch nicht ausgeglichen werden. Ein Sub-Bilanzkreis ist einem Bilanzkreis zugeordnet, in dem der Saldo der Differenzmengen, der in dem Sub-Bilanzkreis aufgetreten ist, ausgeglichen wird.

- T -

Teilnetz
Ein Teilnetz ist im Gasbereich ein Teil des Transportgebiets eines oder mehrerer Netzbetreiber, in dem ein Transportkunde gebuchte Kapazitäten an Ein- und Ausspeisepunkten flexibel nutzen kann.  

- U -

- V -

Verteilnetz
Örtliche Verteilnetze, die dem (Ausspeise-)Netzbetreiber gehören oder von ihm für die Verteilung von Gas an die Letztverbraucher betrieben werden.

Verteilnetzbetreiber
Netzbetreiber, der ein örtliches Verteilnetz zur Versorgung von Letztverbrauchern betreibt.

Virtueller Ausspeisepunkt   
Ein nur für die Bilanzkreisführung notwendiger, aber nicht zu buchender Ausspeisepunkt eines Bilanzkreises, über den Gas in einen anderen Bilanzkreis übertragen wird.

Virtueller Handelspunkt   
Ein virtueller Punkt, an dem Gas nach der Einspeisung und vor der Ausspeisung innerhalb des Marktgebietes gehandelt werden kann. Der virtuelle Handelspunkt ist keinem physischen Ein- oder Ausspeisepunkt zugeordnet und ermöglicht es Käufern und Verkäufern von Gas, ohne Kapazitätsbuchung Gas zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Vorhalteleistung   
Diejenige Leistung, die das Gasversorgungsunternehmen dem Kunden zur Verfügung stellt und die dieser jederzeit in Anspruch nehmen darf.

- W -

- X -

- Y -

- Z -

Zweivertragsvariante
Abwicklung des Gastransportes netzübergreifend innerhalb eines Marktgebietes auf der Grundlage eines Ein- und eines Ausspeisevertrages.

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