Einspeiser – Einspeisemanagement

Einspeisung und Netzsicherheit

Seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 hat der Ausbau von Erzeugungsanlagen stark zugenommen und immer mehr Energie wird aus Erneuerbaren Energien in die Stromnetze eingespeist. Doch bereits heute stoßen die Netze die Nieder- und Mittelspannungsebene in einigen Regionen unter bestimmten Bedingungen an ihre Übertragungsgrenze.

Gemäß Paragraph 14 2017 Abs. 1 EEG 2017 sind Netzbetreiber unbeschadet ihrer Pflicht nach Paragraph 9 EEG (Erweiterung der Netzkapazität) berechtigt, an ihr Netz angeschlossene Anlagen mit einer Leistung über 100 Kilowatt zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung oder Grubengas zu regeln, soweit andernfalls die Netzkapazität im jeweiligen Netzbereich durch die Einspeisung überlastet wäre.

Ziel der gesetzlichen Regelung ist es, einen möglichst hohen Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energien, Grubengas oder Kraft-Wärme-Kopplung unter Aufrechterhaltung der Netzsicherheit in das Netz zu integrieren. Neben dem bislang immer vorgeschriebenen, unverzüglichen Netzausbau kann seit 2017 ggf. auch Netzausbau vermieden werden und Einspeisemanagement nach § 11 Absatz 2 des Energiewirtschaftsgesetzes (Spitzenkappung) durchgeführt werden.

Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement – Wie funktioniert es?

Das Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement bedeutet eine zeitweilige Reduzierung der Einspeiseleistung (Wirkleistung) von EEG- oder KWK-Anlagen. Konkret werden die am Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement teilnehmenden Anlagen bei einer Überlastung des Netzes in einer Netzregion (beispielsweise bei Starkwind) durch ein Reduktionssignal zur Absenkung ihrer Einspeiseleistung aufgefordert.

Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, erhalten die Anlagen ein Freigabesignal, so dass die Einspeisung wieder in vollem Umfang möglich ist.

Warum wird Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement benötigt?

Mit Hilfe des Einspeise- und Netzsicherheitsmanagements der Main-Donau Netzgesellschaft werden Netzbetriebsmittel wie Versorgungsleitungen oder Transformatoren vor Überlastungen geschützt. Ohne Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement könnte es bei hoher Einspeisung, z.B. auch im Zusammenhang mit laufenden Netzausbau- und Wartungsmaßnahmen, zu einer Überlastung von Netzabschnitten, einer Beschädigung von Betriebsmitteln und zu größeren Versorgungsausfällen kommen, wodurch auch keine weitere Einspeisung mehr möglich wäre.

Das Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement ermöglicht eine optimale Nutzung der Netze für die Aufnahme von Strom aus Erneuerbaren Energien, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden. Einzige Alternative wäre ein Stopp des Anlagenzubaus bis zum Abschluss der notwendigen Netzverstärkungsmaßnahmen.

 

Einspeise- & Netzsicherheitsmanagement – Wie wird es technisch umgesetzt?

Seit dem Gesetz für Erneuerbare-Energien-Gesetz 2012 müssen alle Fotovoltaikanlagen unabhängig von der Leistung und alle anderen Energiearten größer 100 kW technische Einrichtungen zur Leistungsredzierung (Fernsteuereinrichtungen) installiert haben. Bei Anlagen größer 100 kW ist zudem eine Ist-Wertübertragung notwendig. Bei Fotovoltaikanlagen bis 30 kW kann alternativ zur technischen Einrichtung die Leistung dauerhaft auf 70% der installierten Leistung begrenzt werden.

 

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