Einspeiser – KWK-Anlagen

Effizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung

Unter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige und direkt gekoppelte Erzeugung von Strom und Nutzwärme zu verstehen. In einer Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplunge (z. B. einem Blockheizkraftwerk) wird gleichzeitig Strom und Nutzwärme erzeugt. Durch diese Kopplung kann die eingesetzte Energie (z. B. Heizöl oder Erdgas) sehr viel effizienter genutzt werden als bei der herkömmlichen Erzeugung in getrennten Anlagen. Hauptvorteil ist neben der Reduktion von CO2-Emissionen, dass in erheblichem Umfang Primärenergie eingespart wird.

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz


Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz regelt die Bedingungen, den Anschluss und die Vergütung von KWK-Anlagen.

Link zum Gesetzestext Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

Das am 01.04.2002 in Kraft getretene Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) und wurde seither mehrfach novelliert. Zweck des Gesetzes ist es, einen Beitrag zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland auf 25 Prozent der Gesamtstromerzeugung bis zum Jahr 2020 zu leisten. Neben der Förderung des eingespeisten KWK-Stroms wird seit 2009 auch der selbstgenutzte Strom sowie der Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen gefördert.
Alle Anlagen nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zugelassen werden.
Auf den Internetseiten der Bafa finden sie wichtige Informationen zu KWK-Anlagen und auch Hinweise zu weiteren Fördermöglichkeiten.
Die Vergütung für den Strom aus KWK-Anlagen, der in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird, setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:


- Vergütung für den eingespeisten Strom
- vermiedenes Netznutzungsentgelt
- KWK-Zuschlag


Die Vergütung für den eingespeisten Strom kann zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Netzbetreiber vereinbart werden. Ansonsten erhält der Betreiber den „üblichen Preis“. Als üblicher Preis gilt nach § 4 Abs. 3 Satz 3 KWKG für den eingespeisten Strom aus KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2 MW der durchschnittliche Preis für Grundlaststrom (Phelix Base) an der Strombörse EEX im jeweils vorangegangenen Quartal.
Strom der selbst verbraucht wird, kann nicht vergütet werden, auch entsteht kein vermiedenes Netznutzungsentgelt, jedoch kann seit der Novellierung des EEG zum 1.1.2009 ein KWK-Zuschlag beansprucht werden. Voraussetzung ist neben der Zulassung der Anlage durch die bafa eine Erfassung des selbst verbrauchten KWK-Stroms durch einen Zähler. 

Vereinbarter Preis:

In der Vergangenheit konnte für kleine KWK-Anlagen ein vereinbarter Preis oder der Börsenpreis gewählt werden. Nachdem sich die Anlagenbetreiber überwiegend für den tatsächlichen Börsenpreis entschieden haben, erfolgt die Abrechnung seit 2014 nur noch nach dem Preis der Strombörse EEX.

Preis nach Strombörse EEX

ist der durchschnittliche Preis für Grundlaststrom (Phelix Base) an der Strombörse EEX. Dieser wird quartalsweise unter http://www.eex.com/de veröffentlicht. Nach KWKG ist der im jeweils vorangegangenen Quartal gültige Preis zu vergüten.

Üblicher Preis 

für KWK-Anlagen mit Leistungen größer als 2 MW wird in der Regel aus dem Durchschnittspreis für das Terminmarktprodukt Phelix Baseload Year Future im Quartal IV des Vorjahres abzgl. 15 Prozent ermittelt.

Vermiedene Netznutzungsentgelte

Die Abrechnung der vermiedenen Netznutzungsentgelte durch dezentrale Einspeisungen erfolgt auf Basis der in § 18 Stromnetzentgeltverordnung – StromNEV vorgegebenen Regelungen. Dabei sind mehrere Parameter wie Anlagenleistung, Netzebene, Nutzungsdauer und ggf. Zeitpunkt zu berücksichtigen

KWK-Zuschlag

Höhe und Dauer des Anspruchs ist im KWK-Gesetz geregelt und wird nach Anlagenart und Größe festgelegt. 

Selbstverbrauch (keine Einspeisung ins öffentliche Netz)

Seit dem 01.01.2009 ist auch der KWK-Strom zuschlagsberechtigt, der nicht in ein Netz für die allgemeine Versorgung eingespeist wird (§ 4 Abs. 3a KWKG). Der Zuschlag ist somit auf die gesamte in einer Anlage erzeugte KWK-Strommenge zu entrichten. Zu beachten ist, dass der Eigenverbrauch der Anlage nicht zuschlagsberechtigt ist. Diese neue Regelung gilt auch für bereits geförderte Bestandsanlagen.

Der übliche Preis und das vermiedene Netzentgelt werden jedoch weiterhin nur für die in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeiste Strommenge vergütet.

Soweit ein Zuschlag auf den gesamten erzeugten KWK-Strom beansprucht wird, ist auf Kosten des Einspeisers eine entsprechende Messeinrichtung zur Erfassung dieser Strommenge anzubringen, die den eichrechtlichen Vorschriften entsprechen muss.

Die in den BHKW's mit einer elektrischen Leistung bis 50 kW oft integrierten Stromzähler sind nicht geeicht und somit für die Erfassung des KWK-Stroms nicht geeignet.

Mit dem Messstellenbetrieb und der Messung muss der Einspeiser einen fachkundigen Dritten beauftragen.

EEG-Umlage bei Selbstverbrauch

Nach dem EEG 2014 haben Einspeiseanlagen mit Inbetriebnahme nach dem 31.07.2014 für den Selbstverbrauch des in Ihrer Anlage erzeugten Stromes EEG-Umlage zu bezahlen. Mit der am 20.02.2015 in Kraft getretenen Ausgleichsmechanismusverordnung (AuslMechV) wurde festgelegt, dass die EEG-Umlage für den Selbstverbrauch an dem Netzbetreiber zu bezahlen ist. Neben dem Einspeisezähler ist deshalb immer auch ein Erzeugungszähler zu installieren. Die Abrechnung erfolgt in der Regel mit der Abrechnung der Einspeisung.

 

 

Bagatellgrenze

von der EEG-Umlage befreit sind kleine Erzeugungsanlagen mit einer Leistung bis 10 Kilowatt sofern sie nicht mehr als 10.000 kWh Selbstverbrauch erreichen.

 

Bestehende Anlagen

also Anlagen mit Inbetriebnahme vor dem 1.8.2014, sind von der EEG Umlage befreit, sofern Sie bereits vor dem 1.8.2014 Strom aus ihrer KWK-Anlage selbst verbraucht haben.

 

Verbrauch durch Dritte

ist schon immer vollständig EEG-umlagepflichtig. Der Verbrauch durch Dritte ist weiterhin unverändert an den Übertragungsnetzbetreiber (http://www.netztransparenz.de/de/EEG-Umlage.htm) melden und die Umlage zu entrichten.

Der Netzschluss ist bei den EEG-Einspeiseanlagen näher beschrieben:

Netzanschluss- Einspeiser

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