Strom – Netzmaßnahmen

Netzmaßnahmen

Netzausbau in Nürnberg und der Region

Die Energiewende ist in vollem Gange.Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung wächst rasant – auch im Netzgebiet der  Main-Donau Netzgesellschaft. Wir von der Main-Donau Netzgesellschaft sind wie alle Netzbetreiber  verpflichtet, die Energie dieser Einspeiseanlagen aufzunehmen – egal in welcher Menge und egal wo. Unsere Stromnetze sind dafür aber noch nicht ausgelegt. Sie stoßen an die Grenzen ihrer Kapazität.
Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Netze auszubauen, um den Anschluss erneuerbarer Erzeugungsanlagen zu ermöglichen.
Im Netzgebiet der Main-Donau Netzgesellschaft bedeutet das vor allem Um- und Ausbau von neuen Leitungen und neue Umspannanlagen im Hochspannungsnetz.

Jedes Projekt stellt uns als Netzbetreiber vor besondere Herausforderungen. An Ort und Stelle müssen unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Interessen in unserer Planung unter einen Hut gebracht werden. Bei ihrer Netzplanung setzt die Main-Donau Netzgesellschaft deshalb auf den Dialog mit Bürgern, Verbänden und Gemeinden sowie eine fortlaufende Information über Maßnahmen in Nürnberg und der Region.

Wir informieren Sie hier über aktuelle und geplante Projekte im Hochspannungsnetz.

Die unten dargestellte Karte gibt eine grafische Übersicht zu den akuellen Projekten. Wenn Sie mehr über eine Maßnahme erfahren möchten, wählen Sie bitte eine Maßnahme in der linken Spalte aus. 

 

 
 
 

Erklärungen

Was ist Netzausbau?

Netzausbau bedeutet, die bestehenden und nicht mehr ausreichenden Netzkapazitäten zu erweitern. Dies bedeutet für die einzelnen Spannungsebenen:

  • Im Niederspannungsnetz (230/ 400 Volt (V)) erfolgt die Neuverlegung von Kabeln bis zur nächsten Trafostation. Gegebenenfalls müssen auch zusätzliche Trafostationen ins Netz integriert werden.
  • Der Ausbau des Mittelspannungsnetzes (20 Kilovolt (kV)) erfolgt durch Neuverlegung von 20-kV-Kabelstrecken oder durch die Erneuerung der bestehenden 20-kV-Freileitungen mit höherer Übertragungskapazität.
  • Im Hochspannungsnetz (110 kV) ist es erforderlich, neue Leitungsverbindungen im Netzgebiet der N-ERGIE als Erdkabel oder Freileitungen zu errichten. Auch hier werden bestehende Freileitungen, die an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind, durch einen sogenannten Ersatzneubau an die neuen Übertragungsbelange angepasst.
  • Zusätzliche Netzkuppelstellen zur Verbindung des Hochspannungsnetzes mit dem Höchstspannungsnetz (220/ 380 kV) des Übertragungsnetzbetreibers müssen in absehbarer Zeit errichtet werden.

Warum ist Netzausbau notwendig?

Die Bundesregierung hat im Rahmen der Energiewende den Ausbau der Erzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien beschlossen.
Anders als die bisherigen großen Kern- und Kohlekraftwerke sind regenerative Erzeugungsanlagen, die auf Basis von Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft oder Biomasse arbeiten, dezentral über das gesamte Land verteilt. Die generelle Herausforderung bei der Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom besteht darin, das Netz so auszubauen, dass die dezentral erzeugte Energie auch weiterhin jederzeit sicher in das Netz aufgenommen werden kann. Gleichzeitig soll die hohe Versorgungssicherheit unserer Kunden gewährleistet bleiben.

In unserem Netzgebiet wird zeitweise mehr Leistung aus regenerativen Erzeugungsanlagen eingespeist, als die Kunden in der Region benötigen. Deshalb muss teilweise in die Höchstspannungsebene rückgespeist werden. Auf diese neuen Entwicklungen müssen die bestehenden Stromnetze ausgerichtet werden.

Was ist die Aufgabe der Main-Donau Netzgesellschaft ?

Als Betreiber von Strom- und Gasnetzen ist es unsere Aufgabe, die hohe Versorgungszuverlässigkeit auch in Zukunft zu gewährleisten.

Dies stellt uns vor große Herausforderungen: Allein in unserem Netzgebiet waren Ende 2011 über 35.000 Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung installiert. Rund 1.835.000 Megawattstunden (MWh) Strom wurden im Jahr 2011 durch diese Erzeugungskapazitäten eingespeist. Dies entspricht einem Anteil von über 30 Prozent am Stromverbrauch durch Letztverbraucher in diesem Zeitraum.

Mit unserer Netzplanung reagieren wir auf die veränderten Rahmenbedingungen der Energiewende. Unsere Experten berücksichtigen bei ihrer Planung für den Netzausbau u. a. Folgendes:

Moderater Anstieg der Netzlast
Weiterer Anstieg der Netzeinspeisung regenerativ erzeugten Stroms
Netzzustand
Gesetzeslage
Resultierend aus diesen Überlegungen werden Netzumbau- und -ausbaumaßnahmen angestoßen.

Wir führen jährlich mehrere hundert dieser Verstärkungsmaßnahmen unterschiedlicher Größenordnung durch – von der Verlegung kurzer Kabelstrecken bis hin zum Bau von Umspannanlagen. Dafür investieren wir jedes Jahr rund 15 Mio. Euro in den Netzausbau.
Damit übernehmen wir Verantwortung für die Zukunft und schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle Integration der zu erwartenden Einspeiseanlagen – und somit auch für eine weiterhin zuverlässige Energieversorgung unserer Kunden.

Was bedeuten Planungs- und Genehmigungsverfahren?

Die Durchführung des geplanten Netzausbaus erfolgt in verschiedenen Stufen. Grob lassen sich vorbereitende Untersuchungen sowie Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren unterscheiden.

Vorbereitende Untersuchungen

Wir überprüfen für jede Maßnahme aus der Netzplanung verschiedene Standort- bzw. Trassenalternativen sowie die Nutzung von Freileitung und Erdkabel. Dabei setzen wir auf Umweltverträglichkeit, Kosteneffizienz, Bürgerfreundlichkeit und auf die Möglichkeit, bereits bestehende Infrastrukturen zu nutzen. Bei der Planung werden insbesondere berücksichtigt:

Bestehende und geplante Siedlungsgebiete
Natura 2000-Gebiete
Natur- und Landschaftsschutzgebiete
Naturparks,Biosphärenreservate
Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete
Vorgaben der Landesraumordnung und der Regionalplanung

Des Weiteren werden die Bündelungsmöglichkeiten mit bestehender Infrastruktur untersucht, insbesondere Leitungsinfrastruktur der 20-Mittelspannungs- sowie 110-kV-Hochspannungsebene.

Raumordnungsverfahren

In einem Raumordnungsverfahren wird untersucht, inwieweit ein Vorhaben mit den Zielen, Grundsätzen und Erfordernissen der Raumordnung übereinstimmt. Zudem wird abgewogen, wie verschiedene Planungen sowie raumordnerische Belange aufeinander abgestimmt werden können. Das Raumordnungsverfahren schließt die Prüfung von Trassen- und Standortalternativen ein.
In Bayern ist das Raumordnungsverfahren in Art. 24 ff. des Bayerischen Landesplanungsgesetzes geregelt.

Grafik zum Raumordnungsverfahren 

Genehmigungsverfahren

Die Genehmigung von Stromleitungsvorhaben auf der 110-kV-Ebene erfolgt in der Regel in einem energierechtlichen Planfeststellungsverfahren. In diesem werden sämtliche Belange, die für und gegen das jeweilige Vorhaben sprechen, umfassend abgewogen. Das Planfeststellungsverfahren und der am Ende des Verfahrens stehende Planfeststellungsbeschluss konzentrieren sämtliche öffentlich-rechtlichen Genehmigungserfordernisse, wie z.B. nach Naturschutz- und Immissionsschutzrecht.
Das energierechtliche Planfeststellungsverfahren ist in den §§ 43 ff. des Energiewirtschaftsgesetzes des Bundes geregelt.

Grafik zum Planfeststellungsverfahren

Beteiligungsmöglichkeiten (siehe „Wie kann ich mitreden?“)

Wie kann ich mitreden?

Die Umsetzung der Energiewende erfordert eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Bei ihrer Netzplanung setzen wir deshalb auf den Dialog mit Bürgern, Verbänden und Gemeinden sowie eine fortlaufende Information über Maßnahmen in Nürnberg und der Region.
Eine wichtige Informationsplattform wird das Internet sein. Wir suchen aber auch das persönliche Gespräch mit den Bürgern. Orte und Termine finden Sie hier in Kürze.

Bürger und Verbände haben die Möglichkeit, sich aktiv bei formellen Verfahren wie dem Raumordnungs- oder dem jeweiligen Genehmigungsverfahren (siehe „Was bedeuten Planungs- und Genehmigungsverfahren?“) einzubringen.

Nach der öffentlichen Bekanntmachung des Vorhabens erfolgt eine Auslegung der Antragsunterlagen in den betroffenen Gemeinden. Während der Auslegungszeit und im Anschluss besteht die Gelegenheit, Stellungnahmen bzw. Einwendungen zum Vorhaben abzugeben.
Im Falle eines Planfeststellungsverfahrens findet zudem ein Erörterungstermin statt. Dort können Verbände und Bürger ihre eingereichten Einwendungen erläutern und Fragen zum Vorhaben stellen.Die Ergebnisse solcher Beteiligungsverfahren werden bei der jeweiligen Entscheidung berücksichtigt.

Haben Sie bereits jetzt Fragen, dann steht Ihnen unser Servicetelefon zur Verfügung. Gerne können Sie uns auch über E-Mail kontaktieren. Die Kontaktdaten finden Sie in der rechten Spalte.

 


Nutzen Sie unser Service-Telefon oder unsere Kontaktadresse, wenn Sie Fragen zu den Netzmaßnahmen haben.

Servicetelefon: 0800 271 5000 (kostenfrei innerhalb Deutschlands)


 E-Mail:

 mailto:netzausbau@main-donau-netz.de

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier :  FAQ

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